Presse

 

„Wir sind die Erfolgsgeneration“ 

 
Die Umdeutung des Vertrauten bringt Sopper nicht nur mit solchen Gags, sondern fast unmerklich in fast allen seiner Texte und Liedkompositionen zuwege. Parodie ist denn auch sein satirisches Grundmuster, und sie funktioniert besonders gut, wo er mit traditionellen Formen spielt, wo man Nestroysche Couplets heraushört, Schubertsche Liedinnigkeit, Kreislerschen schwarzen Humor, klassisches Opern-Arioso oder sonstiges musikalisches Erbgut ... Man weiß nicht, ob man Sopper mehr als Texter oder mehr als Musiker loben soll ... In dem (nur einmal geprobten) Song mit Musical-Schmiss gipfelt die Ensembleleistung, die einen fast durchweg hochspannten Lied-Kabarett-Abend zu einem Kabinettstück im Ulmer Theater macht.

(Neu Ulmer Zeitung, 23. Feb. 1981)

 

Mit wenig mehr als einem Kopf, aus dem die Wortspiele offenbar nur so sprudelten, kunstvolle Wortdrechseleien zum Handwerks- sprich Kopfwerksalltag zu gehören scheinen, (schwarzer) Humor und auch die lyrischen Töne nicht fehlen und dem nicht zuletzt ein gewissen Ur- bzw. Feinverständnis und Liebe für das Instrument Sprache eignet, hat Günter Sopper in der Podiumskneipe des Ulmer Theaters sein neues Brettl-Programm „Wir  sind die Erfolgsgeneration" auf die Beine gestellt,  das auch einer jeden Großstadt-Kleinkunstbühne zur Ehre gereicht haben würde. 

(Südwest Presse, 23. Feb. 1981).

 

Dass das Programm kurzfristig in „Wir sind die Erfolgsgeneration“ (Anm.: Irrtum des Rezensenten; es hieß von Anfang so) umgetauft wurde ..., ist  nur zu begrüßen. Kreisen doch die Lieder und Verse ständig um die Nebenwirkungen unserer Erfolgsgesellschaft,  um die „Outlaws“, die Ausgestoßenen und die Einzelgänger, die sich im faltenlosen Anzug und faltenlosen Gesicht, aber mit zerknirschtem Innenleben präsentieren. Damit die Moral nicht zu ermüdend wird, verpackt sie der Ulmer Kapellmeister und musikalische Tausendsassa Günter Sopper in seine kessen Melodien.

(Schwäbische Zeitung, 24. Feb. 1981)

 

Konzert mit dem Ensemble für Neue Musik mit Werken  von Busoni, Webern, Apostel, Krenek und Hindemith

 

Wer hat Angst vor der Neuen Musik? Der erste Satz von Ernst Kreneks Symphonischer Musik für neuen Soloinstrumente in zwei Sätzen op. 11 aus dem Jahre 1922 ist ein Stück, das eigentlich jeden Musikfreund zu jeder Zeit ansprechen können sollte, zumal wenn es mit so viel Spielfreude und Hingabe dargeboten wird, wie es das neu formierte Ensemble für Neue Musik aus Ulm unter Kapellmeister Günter Sopper beim Konzert am Donnerstag Abend im Kornhaus tat. 

(Südwest Presse, 23. Mai 1981)

 

„Das Schönste an der Liebe ist die Liebe selber“ mit Renate Heuser und Anita Walter

 

Großen Anteil am Gelingen dieses Frauenabends hatte aber auch ein Mann: Günter Sopper, der neue Tübinger Musikchef. Er hatte nicht nur die Songs einstudiert und die Klavierbegleitung virtuos in Händen, sondern erwies sich außerdem als urkomischer Mitspieler, der quasi die Parodie seiner selbst auf die Bühne brachte. 

(Reutlinger General-Anzeiger, 18. Okt. 1984)

 

Günter Sopper am Klavier begleitete die Damen sicher und befeuernd, und wenn er seine Stimme erhob, war auch das des Anhörens wert.

(Metzinger Uracher Volksblatt, 20. Okt. 1984)

 

Sopper leistet am Klavier übrigens einen bedeutenden Beitrag, nicht nur durch provozierend stehengelassene Septakkorde, brillante Begleitung und dialogische Einschübe: er mimt, und die Diseusen nehmen das auf ... 

(Schwäbisches Tagblatt,  23. Okt.1984)

 

Tonkräftig unterstützt werden die beiden Diseusen von Günter Sopper am Klavier. Mit Schnauzer, Frack und Nickelbrille parodiert er belustigt den Mann am Klavier der 20er Jahre. Anderthalb Stunden lang begleitete er virtuos, drängt sich nie auf, trifft die Stimmungen und erweist sich so als wichtiger Mann im Hintergrund.

(Schwäbische Zeitung, 19. Feb. 1985)

 

... und nicht zu vergessen  der Mann am Klavier: Günter Sopper, dessen musikalisches Arrangement seinen Abschied von Ulm noch einmal schmerzlich in Erinnerung rief.

(Schwäbische Donauzeitung Ulm, 19. Feb. 1985)

 

Das Fazit des Abends ist freilich: Ganz ohne Männer geht die Chose nicht. In diesem Fall ist es Günter Sopper, musikalischer Leiter des Tübinger Landestheaters, der am Piano und als schmierig-pflegeleichter Bühnen-Gigolo das tückische Damenduo kongenial ergänzt. Seine Arrangements haben wesentlichen Anteil am Erfolg dieses Programms ...

(Augsburger Zeitung, 8. Mai 1985)

 

„Festakt für Blaskapelle, Kammeroktett und Jazzcombo“ 

 

Zweifellos der Höhepunkt dürfte ein musikalischer „Festakt“ (Uraufführung) von Günter Sopper gewesen sein... Man spürt die unaufdringlich auskomponierte Intention: Sopper ist Multistilist, lässt klassisch-moderne Kammermusik, rauchig coolen Sax-Bebop und Trompeten-Jodler mit viel Parodie-Lächeln aufeinander losknattern und durchdringt die Elemente in theatralisch versierter, schlüssiger und avancierter Kompositionstechnik.

(Schwäbisches Tagblatt, 20. Feb. 1989)

 

 „Il est trop tard, Madame Oscar“ mit Maria Freund

 

Sopper, der das ganze Programm hindurch ein schüchtern und zugleich verschlagen wirkendes Pokerface zur Schau stellte, war mit schauspielerischen Einlagen und zweiter Stimme ... weit mehr als nur „musikalische Begleitung“. Vielmehr hielt er als Gegenpart und Folie für den „Star“ Maria Freund eine faszinierende Spannung.
(Schwäbische Tagblatt, 22. Juni 1992)

 

Aufführung der  „Gran Partita“ von W. A. Mozart mit dem M.U.S.I.S.-Ensemble auf Schloss Lindich

 

So erklang der Mozart-Schlager „Welche Wonne, welche Lust“ ...  gleich zweimal, denn ohne Zugabe wollte man Günter Sopers hochkarätiges Ensemble nicht ziehen lassen.

(Schwäbisches Tagblatt, 13. Juni 1994)

 

„Traum und Wirklichkeit“ – Liederprogramm mit Cornelia Blume

 

Soppers Lieder zu Lasker-Schüler/Trakl-Konfrontationen gehen die Dämmerzone zwischen Schlaf und Tod mit schlüssigen Mitteln an, der Tritonus als konstitutives Intervall des Zwielichts, unentschiedene oder geschärfte Dreiklänge, extreme Höhen und Tiefen: Sprache des gebrochenen Traums in respektabler Uraufführung.

(Schwäbisches Tagblatt, 14. April 1989)

 

Günter Sopper hat sich für seine sechs Lieder von 1989 schwere Texte von Georg Trakl und Else Lasker-Schüler ausgewählt. Die Heftigkeit dieser Texte nach außen und innen kennzeichnet auch die Art ihrer wort- und bildnahen Vertonung, deren Erregung mit Eindringlichkeit und mit einer gezielten Ökonomie der kompositorischen Mittel gepaart scheint ... die hohe Qualität des Klaviersatzes hat sich kontinuierlich mitgeteilt – was zuerst für den Komponisten spricht und dann auch für den Pianisten.

(Reutlinger Generalanzeiger, 15. Okt. 1993)

 

„Lola Blau“ von Georg Kreisler mit Eva Teilmans

 

Günter Sopper hatte vom Piano aus die eingängige, teilweise amüsant in Mozart-Zitaten schwelgende Musik Kreislers sicher im Griff. Als wienerischer Stichwortgeber hatte er sofort die Lacher auf seiner Seite.

(Schwarzwälder Bote, 17. Dez. 1990)

 

In Günter Sopper, dem Mann am abgefilzten Piano und in köstlichen Kleinstrollen, hat (Eva Teilmans) einen souverän ironischen Partner, der Mozarts betextete F-Dur-Sonate (Anm.: Es ist die C-Dur-Sonate gemeint) notengetreu zu veralbern vermag.

(Reutlinger Blatt, 18. Dez. 1990)

 

„Pax vobiscum“

 

(Ortwin) Stürmer begann mit der Uraufführung von „Pax vobiscum“, einem 1992 entstandenen, spannungsgeladenen Stück von Sopper. Stumm niedergedrückte Tasten in den tiefen Lagen und  repetitiv klopfende Figuren erzeugen Obertonschwingungen, die einen bedrohlich wirkenden Zusammenhang schaffen ... Die zu Anfang eingeführte Zweiunddreißigstel-Klangfigur aus absteigenden Sexten wird im Verlauf des Stückes umgedreht, versucht den Schluss in viermaliger Wiederholung vom Pianissimo zum Fortissimo zu bestimmen; mit dieser schlichten Formel des Protests muss sich das Subjekt begnügen – ein grimmiger Friedenswunsch, ohne falschen Trost endend.

(Südwest Presse, 1. Juni 1994)

 

Matinee beim vierten Tonkünstlerfest Baden-Württemberg

 

In der Rottenburger Zehntscheuer spielte Günter Sopper aus Improvisationen hervorgegangen, geistreiche Miniaturen. Der erfahrene Theatermusiker und glänzende Pianist lässt in „Ge-lichter“ allerlei Gnomen durcheinander purzeln, Kolibri-Geschwirre, raufende Däumlinge; brachiale Energien mit Ellenbogenclustern werden in „Unterdrückung“ losgelassen, und eine sanft spottende musikalische Glosse handelt von der „Neuen Einfachheit“. ... Hinreißend gelangen gemeinsame Improvisationen: keine Berührungsängste bei Sopper und (Martin) Schrack, die ihre vom Kulturverein veranstaltete Matinee mit einer Art von zartem „Nocturne moderne“ beendeten.

(Schwäbisches Tagblatt, 4. März 1996)

 

„Komponistenporträt“ in Nagold

 

Höhepunkt des Abends war ein Konzert für Kammerorchester und Tasteninstrument. Das Konzert mit dem Komponisten am Flügel erhielt in vier Sätzen eine bunte und auch humorvolle Mischung von musikalischen Gedanken und Zitaten (etwa Bach), durchsetzt mit Klängen von klopfenden Fingern und gezupften Saiten ... Günter Sopper und sein respektables Werk kennenlernen zu können, war wahrlich einen Abend wert.

(Schwarzwälder Bote, 13. März 1996)

 

„Die Fledermaus“ der Nürtinger Taschenoper

 

Gescheit hatte Dirigent und Pianist Günter Sopper den Klavierauszug mit zwei Violinen und Cello angereichert; unter seiner Leitung wurde die Aufführung musikalisch und sängerisch zu einem insgesamt ungetrübten Vergnügen.

(Schwäbisches Tagblatt, 15. Dez. 1997)

 

 Eugène Labiche, „Das Sparschwein“ im Theater Lindenhof


Am Klavier tremoliert, zitiert und illustriert dann Günter Sopper, den den Melchingern auch – mitunter offenbachgewitztes – Liedgut ankomponiert hat, wie es schließlich in Brechtsche Choral-Moral mündet: „Doch das Unglück überall trachtet nach des Menschen Fall“.

(Schwäbisches Tagblatt, 9. März. 2002)

 

Bertold Brechts „Leben des Galilei“ im Landestheater Tübingen

 

Erstaunliches holt Günter Sopper aus Hanns Eislers Musik heraus, die nicht wiederzuerkennen ist. Eislers Notenmaterial hat er für elektronische Instrumente umgemodelt. Das vom Band zugespielte zeitgenössische Ergebnis hört sich mal wie Fahrstuhlmusik, an, mal wie Geräusche im U-Boot, mal drängend lärmend, mal zart klimpernd. Einige Songs zu ebenfalls modernisierter Musik wurden kultiviert von drei Knaben der Domsingschule Rottenburg vorgetragen.

(Reutlinger General-Anzeiger, 21. Sept 2002)

 

Den musikalischen Kontrapunkt zu Bethges gekonnt schrillen Bildern setzt Günter Soppers Bearbeitung von Kompositionen Hanns Eislers zu kunstvollen Klangfiguren einschmeichelnder Bedrohung.

(Stuttgarter Nachrichten, 23. Sept. 2002)

 

Die traumatischen Erfahrungen, durch die Brechts Charaktere taumeln, setzt der musikalische Leiter Günter Sopper in bizarren, elektronisch-blechernen Variationen von Hanns Eislers Begleitmusik um. Drei Knaben der Domsingschule Rottenburg interpretieren mit ihren hohen Stimmen die spannungsgeladene Musik.

(Esslinger Zeitung, 23. Sept. 2002)

 

Uraufführungen des TonKunstEnsembles


„Der Tübinger Klangpunkt“ der Bühnenkomponisten Adrian Oswalt und Günter Sopper

markierte den aktuellen „Standpunkt“. Querflöte und präpariertes Klavier verstummten in einem fragmentarischen Dialog, bis nur noch das tonlose Klappergeräusch übrig blieb, unterbrochen von Aktionen wie dem Dribbeln eines Tennisballs oder der „Kleinen Nachtmusik“ auf dem Handy.

(Schwäbisches Tagblatt, 28. Jan. 2003)

Performance „durch dickicht rätsel dorn und röschen“

 

Raffiniert und feinsinnig zugleich changiert Sopper das Leben zwischen Liebe und Tod. Pianistisch überzeugend füllt er die zum Nachdenken notwendige Zeit zwischen den lyrischen Häppchen ... Nach eineinhalb Stunden erklatschte sich das Publikum eine Zugabe. Die kommt mit dem „Wandersmann“, und die kurzweilig gestaltete Solo-Performance endet viel zu früh.

(Schwäbisches Tagblatt, 27. Okt. 2003)

 

„Edi und Elsbeth“, Chansonical mit Claudia Zimmer


Einfühlsam und spritzig begleitete Günter Sopper seine Cousine beim musikalischen Familientreffen. Mit dem unwiderstehlichen Charme seines österreichischen Akzents und seinem zärtlichen Anschlag schmeichelte sich der Pianist in die Herzen aller Zuhörerinnen. Tja, man müsste eben Klavier spielen können!

(Schwäbisches Tagblatt 12. Mai 2004)

Chansonabend im „Haus der Stimme“ mit Maria Freund

 

Es folgte ein Soloteil von Günter Sopper, der ... kürzlich auch einen Gedichtband mit dem Titel „durch dickicht rätsel dorn und röschen“ veröffentlicht hat, aus dem er einige Gedichte vortrug, wobei er eines am Klavier untermalte („überfluss“). Dazwischen sang er Franz Schuberts berühmtes Lied „Die Forelle“ und zwei Lieder seines Landsmanns André Heller. Erstaunlich die Bandbreite dieses Künstlers, der in so vielen Genres zu Hause ist und vom klassischen Lied über reine Poesie bis hin zu tiefsinnig-witzigen Gedichten alles abzudecken vermag.

(Elbe-Jeetzel-Zeitung, 23. Aug. 2005)

 

 „Don Pistacchio“ von Luigi Cherubini mit dem Jungen Kammerorchester Tübingen unter Markus Kosel

Humorvoll gestaltete Günter Sopper am Cembalo die Rezitative: Da staute sich trillernd ein gewaltiger Nieser auf, Wagners „Brautchor“ wurde frech zitiert, das pantomische Öffnen einer Tür illustriert.

(Schwäbisches Tagblatt, 26. Sept. 2005)

 

„Man darf bei den Mädels nicht schüchtern sein“ – Chanson-Highlights der 20er bis 40er Jahre mit Claudia Zimmer


Mit einem wahren Chanson-Feuerwerk wurden die Ländebesucher in Kressbronn am vergangenen Freitag überrascht. Claudia Zimmer und Günter Sopper aus Tübingen brachten ihre Zuhörer mit gekonnt vorgetragenen Chanson-Klassikern ... zum Lachen und zum Schmunzeln.  ... Günter Sopper imponierte mit seiner Virtuosität am Klavier – und sang nebenher ganz souverän auch seine Partien. 

(Die kleine Seepost, 21. Juni 2007)

„Es löscht das Meer im grünen Wald“ – Auftragswerk des Semiseria-Chors zum Silcher-Jubiläumsjahr

 

... Diese Gefahr (ins seichte Volkstümliche abzurutschen) bestand bei Günter Sopper ohnehin nicht: Er ließ die Frauen mit „Es löscht das Meer“ gegen die Männer mit „Im grünen Walde“ antreten. Wogende Wellen verwoben mit Waldhorn – man hörte es im Publikum kichern.

(Schwäbisches Tagblatt, 22.11.2010)

 

Einige Schritte weiter ging Günter Sopper, der "Es löscht das Meer die Sonne aus" tonsetzerisch kreuzte mit "Im grünen Wald", was in einer Art kuriosem Sängerwettstreit endete. 
(SüdwestPresse, 22.11.2010)